Von Flüssen gespiesenes Trinkwasser: Noch sauber genug? 

Dieses Bild zeigt ein Flussufer an der Thur.

Videoclip zum Projekt

Fast ein Drittel des Grundwassers wird aus Flusswasser gespiesen. Das manchmal durch Abwasser belastete Flusswasser wird durch das Gewässerufer filtriert. Wie sich der Klimawandel auf die Uferfiltration auswirkt ist noch unbekannt. Lässt sich die Qualität des Trinkwassers durch eine verbesserte Abwasserbehandlung erhöhen?

Hintergrund
Das Schweizer Trinkwasser wird vorwiegend aus dem Grundwasser gewonnen. Ungefähr 25-30% des Grundwassers stammen aus Flusswasser, das durch das Gewässerufer infiltriert. Oftmals ist das Gewässerufer die einzige Barriere, die das von Abwasser belastete Flusswasser vom Trinkwasser trennt. Sauberes Trinkwasser hängt deshalb direkt mit den chemischen, physikalischen und biologischen Reinigungsprozessen in dieser Zone zusammen. Werden diese Prozesse in der Infiltrationszone durch veränderte Wassertemperaturen und einem zeitweilig erhöhten Abwasseranteil beeinträchtigt? Flusswasser enthält oftmals beträchtliche Anteile an Abwasser, das aus Kläranlagen stammt. Wie verändert sich die Zusammensetzung des Flusswassers, wenn das Abwasser besser gereinigt in die Flüsse eingeleitet würde?

Ziel
Das Projekt untersucht klimabedingte Veränderungen der Infiltrationsprozesse von Flusswasser ins Grundwasser. In dieser Studie wird mit Labor- und Feldexperimenten an gut instrumentierten Standorten gearbeitet, um so „normale“ Veränderungen von klimabedingten Veränderungen zu unterscheiden. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für ein numerisches Modell, mit dem die Prozesse in typischen Sommer- und Wintersituationen sowie Extremszenarien berechnet werden.

Bedeutung
Das Projekt liefert Resultate über das Verhalten der Uferfiltration unter verschiedenen Klimaszenarien. Auf dieser Basis wird die bestehende Wasserversorgung aus Uferfiltrat beurteilt. Allfällige Verbesserungen in der Wasserversorgung oder der Abwasserreinigung werden vorgeschlagen.

 

Originaltitel: Auswirkungen von Szenarien der Klimaveränderungen auf die Uferfiltration  (RIBACLIM)

Betrag: CHF 482’242.-
Dauer: 38 Monate


Projektverantwortliche
- Prof. Dr. Urs von Gunten, Wasserressourcen und Trinkwasser, Eawag
- Dr. Silvio Canonica, Wasserressourcen und Trinkwasser, Eawag Dübendorf
- Prof. Dr. Janet Hering, Eawag Dübendorf
- Dr. Hans-Peter Kohler, Umweltmikrobiologie, Eawag Dübendorf
- Prof. Dr. Mario Schirmer, Wasserressourcen und Trinkwasser, Eawag Dübendorf

Zu diesem Thema

Kontakt

Prof. Dr. Urs von Gunten
Wasserressourcen und Trinkwasser
Eawag
Überlandstrasse 133
8600 Dübendorf
Tel.: +41 44 823 52 70
Fax. +41 44 823 52 10
E-Mail: vongunten@eawag.ch

© SNF 2014 | Wildhainweg 3, Postfach 8232, 3001 Bern | Tel. +41 31 308 22 22 | Impressum | Seite drucken | Seite weiterempfehlen Link zur Website der Stiftung "Zugang für alle" SNFWEB07