Gletscher reagieren empfindlich auf Klimaveränderungen. Welche Konsequenzen werden Veränderungen der Gletscher für die Wasserressourcen im Alpenraum haben? Welche Anpassungsstrategien drängen sich für die Wasserbewirtschaftung auf?
Hintergrund
Gletscher sind wichtige Bezugsquellen für Wasser in weiten Gebieten des Alpenraums und ihre Variabilität gehört zu den klarsten natürlichen Indikatoren für Klimaveränderungen. Der erwartete jährliche Wasserabfluss der Gletscher wird in einer ersten Phase als Folge der Abnahme des Eisvolumens zunehmen. Später geht er abhängig von der vergletscherten Fläche wieder zurück. Diese Veränderungen beeinflussen auch das Abflussregime. Der Gletscherschwund wirkt sich in vielen Bereichen, die von Gletscherschmelzwasser abhängen, aus. Beispiele sind Wasserkraft, Frischwasserzufuhr, Bewässerung und der Tourismus.
Ziel
Ziel des Projektes ist ein vertieftes Verständnis der Gletscherentwicklung unter Bedingungen des Klimawandels und deren Folgen für die Wasserwirtschaft. Vergangene und gegenwärtige Veränderungen des Eisvolumens der wichtigsten Gletscher werden berechnet. Realistische Simulationen von Niederschlag und Temperatur im Massstab eines Gletschers und basierend auf regionalen Klimaszenarien werden verwendet. Auf dieser Grundlage werden Modelle für die zukünftige Entwicklung der Gletscher im Alpenraum erstellt, welche auch Faktoren wie Gletscherschmelze und Wasserspeicherung in Gletschern einbeziehen. In Zusammenarbeit mit Wasserkraftfirmen werden Anpassungsstrategien für den Betrieb von Wasserkraftwerken entwickelt.
Bedeutung
Der erwartete Einfluss des Klimawandels auf Gletscher und die Hydrologie im Hochgebirge stellt eine neue Herausforderung an die Bewirtschaftung von Wasserressourcen dar, insbesondere die Energiegewinnung aus Wasserkraft. Die Ergebnisse des Projektes werden erlauben, die bevorstehenden Veränderungen besser zu verstehen und Anpassungsstrategien zu formulieren.
Originaltitel: Die zukünftige Gletscherentwicklung und ihre Konsequenzen für die Hydrologie (FUGE)
Betrag: CHF 400’000.-
Dauer: 36 Monate
Projektverantwortliche
- Prof. Dr. Martin Funk, Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW), ETH Zürich
- Dr. Andreas Bauder, Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW), ETH Zürich
- Prof. Dr. Paolo Burlando, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH Zürich
- Dr. Martin Lüthi, Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW), ETH Zürich
- Dr. Francesca Pellicciotti, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH Zürich
- Dr. Franco Romerio, Institut des sciences de l’environnement, Université de Genève