Wie verändert sich die Hochwassergefahr in den Alpen? 

Hochwasser werden zukünftig häufiger auftreten und auch stärker ausfallen. Vor allem bei steilen Wildbächen stellt sich die Frage, wie lange der Untergrund das Wasser speichern kann.
Die Zusammenhänge zwischen Niederschlagsmengen, Speichervermögen der Einzugsgebiete und Abfluss werden untersucht, um zielgerichtete Massnahmen ergreifen zu können.

Hintergrund
Nicht alle Einzugsgebiete reagieren in derselben Art und Weise auf starke Niederschläge. Gebiete, die nur wenig Wasser speichern können, reagieren sofort und heftig mit grossen Hochwassern. Kleinere Hochwasser treten dagegen in Gebieten auf, die viel Wasser im Boden speichern können. Diese Speicherfähigkeit kann aber bei sehr starken und lang anhaltenden Niederschlägen überschritten werden und es kommt plötzlich zu wesentlich grösseren Abflüssen. Dieses Phänomen konnte während der Hochwasser 2005 in zahlreichen steilen, alpinen Einzugsgebieten beobachtet werden. Wie werden sich diese Einzugsgebiete verhalten, wenn sich die Niederschläge aufgrund des globalen Wandels häufen und stärker ausfallen?

Ziel
Das Projekt will die Zusammenhänge zwischen Niederschlägen, Speicherfähigkeit des Bodens und des geologischen Untergrundes sowie dem Abflussverhalten besser verstehen. Dabei interessiert besonders, wie sich die zukünftig zu erwartenden höheren Niederschläge auswirken werden. Es sollen diejenigen gebirgigen Einzugsgebiete identifiziert und untersucht werden, die bei Starkniederschlägen unvermittelt stärker reagieren als erwartet. Mit Feldexperimenten, Abflussmessungen an Quellen und der Kartierung von Abflussprozessen werden Abflussmodelle so modifiziert, dass sie das Verhalten bei Starkniederschlägen zuverlässig wiedergeben können.

Bedeutung
Hochwasserschutzmassnahmen sind aufwändig und kostspielig. Deshalb sollen Schutzmassnahmen vor allem in denjenigen Gebieten angepasst oder neu realisiert werden, in denen die zunehmenden Niederschlagsmengen zu grösseren Hochwassern führen werden. Hierzu liefert das Projekt Entscheidungsgrundlagen.


Originaltitel: Empfindlichkeit des Hochwasserabflusses auf Veränderungen der meteorologischen Rahmenbedingungen in alpinen Einzugsgebieten (SAC-FLOOD).

Betrag: CHF 455’282. -
Dauer: 36 Monate



Projektverantwortliche
- Dr. Felix Naef, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH Zürich
- Dr. Eduard Hoehn, Wasserresourcen und Trinkwasser, Eawag Dübendorf
- Prof. Dr. Wolfgang Kinzelbach, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH Zürich
- Prof. Dr. James Kirchner, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)
- Dr. Simon Scherrer, Scherrer Hydrologie AG
- Dr. Petra Schmocker-Fackel, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)

Zu diesem Thema

Kontakt

Dr. Felix Naef
Institut für Umweltingenieurwissenschaften
ETH Zürich
Wolfgang-Pauli-Str. 15
8093 Zürich
Tel.: +41 44 632 41 36
Fax: +41 44 633 10 61
E-Mail: naef@ifu.baug.ethz.ch

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