Bewässerungskanäle für die Artenvielfalt und den Tourismus 

In trockenen Gebieten werden Wasserkanäle vor allem für die Bewässerung genutzt. Davon profitieren Landwirtschaft und Tourismus, und es wird erwartet, dass die Artenvielfalt zunimmt. Können reaktivierte Wasserkanäle ein Modell für eine nachhaltige Wassernutzung der Zukunft bilden, wenn das Wasser in alpinen Trockentälern knapper wird?

Hintergrund
In alpinen Trockentälern werden heute Wiesen an vielen Orten mit Sprinklern berieselt und nicht mehr mit traditionellen Wasserkanälen bewässert. Diese Änderung der Bewässerungspraxis vermindert wahrscheinlich die Zahl der Tier- und Pflanzenarten auf den Wiesen. Auch die Bergwälder leiden unter einer Stilllegung der Wasserkanäle. Wasserkanäle können zukünftig genutzt werden, um neben der Artenvielfalt auch den Tourismus zu fördern. Die Wasserkanäle waren früher mit genossenschaftlichen Wassernutzungsrechten ausgestattet, die aber heute oft aufgegeben wurden. Diese Rechte sind allenfalls zu erneuern, wenn Wasserkanäle erhalten bzw. reaktiviert werden.

Ziel
Das Forschungsprojekt will die ökologische und sozio-kulturelle Bedeutung der historischen Wasserkanäle und der traditionellen Wiesenbewirtschaftung aufzeigen. Wir untersuchen, welchen Einfluss offene Wasserkanäle auf den Bergwald und die umgebende Vegetation haben. Zudem beurteilen wir die historisch überlieferten und häufig genossenschaftlichen Eigentums- und Nutzungsrechte. Auf dieser Basis wird ein Modell einer nachhaltigen Wassernutzung im Zusammenhang mit der Bewässerung in ariden Berggebieten herausgearbeitet.

Bedeutung
Die Resultate sind besonders für trockene Gebiete mit knapper werdenden Wasserressourcen wichtig. Es werden Entscheidungsgrundlagen geliefert, die es erlauben sollen, das Wasser in der Landwirtschaft demokratisch zu verteilen und die Biodiversität zu erhalten. Die Ergebnisse könnten auch dazu dienen, landwirtschaftliche Direktzahlungen anzupassen.

Originaltitel: Wasserkanäle – ein Modell für nachhaltige Wassernutzung

Betrag: CHF 590’798.-
Dauer: 36 Monate
 

Projektverantwortliche
- Dr. Raimund Rodewald, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
- Prof. Dr. Bruno Baur, Natur-, Landschafts- und Umweltschutz, Universität Basel
- Simon Birrer, Schweizerische Vogelwarte Sempach
- Prof. Peter Knoepfel, Institut de hautes études en administration publique, (IDHEAP), Université de Lausanne
- Dr. Andreas Rigling, Walddynamik, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Zu diesem Thema

Kontakt

Dr. Raimund Rodewald
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
Schwarzenburgstr. 11
3007 Bern
Tel.: +41 31 377 00 77
Fax: +41 31 377 00 78
E-Mail: r.rodewald@sl-fp.ch

© SNF 2012 | Wildhainweg 3, Postfach 8232, 3001 Bern | Tel. +41 31 308 22 22 | Impressum | Seite drucken | Seite weiterempfehlen Link zur Website der Stiftung "Zugang für alle" SNFWEB07