Wasser in guter Qualität und in ausreichender Menge nutzen zu können ist zentral für den Menschen. Die Landnutzung und der Klimawandel stellen dies inskünftig jedoch in Frage. Um rechtzeitig Massnahmen zur Sicherung der Ressource Wasser treffen zu können, benötigen Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung wissenschaftliche Grundlagen.
Hintergrund
Wasser wird als Trinkwasser genutzt, Felder werden bewässert und Energie damit gewonnen; wir erholen uns am Wasser und müssen uns auch gegen Hochwasser schützen. Menschliche Aktivitäten und der Klimawandel beeinflussen jedoch die Ökosysteme, so dass ihre Funktionen beeinträchtigt werden. Ist weniger Wasser vorhanden, sind zahlreiche Wirtschaftszweige gefährdet. Wenn bestimmte Branchen ihre Tätigkeiten nicht mehr in erwünschtem Mass ausüben können, fallen zusätzliche Kosten an. Es gilt also, Massnahmen zu finden, die gewährleisten, dass Wasser in guter Qualität und in genügender Menge zur Verfügung steht.
Ziel
Das Projekt betrachtet die gesamte Wertschöpfungskette der Wasserressourcen von der Bereitstellung im Einzugsgebiet bis hin zur Nutzung im Tal am Beispiel der Rhone im Oberwallis. Dabei werden nationale und internationale politische Rahmenbedingungen und ihre Einflüsse auf die Bewirtschaftung ebenso berücksichtigt wie die Änderungen, die sich aufgrund des Klimawandels ergeben. Es wird ein Modell entwickelt, das die hydrologischen, ökologischen und ökonomischen Aspekte bei der Entwicklung der Wasserressourcen miteinander verbindet und in verschiedenen Szenarien abbildet. Die Auswirkungen der Veränderungen von Klima und Landnutzung auf die Wasserressourcen werden auf Karten dargestellt. So wird aufgezeigt, dass gewisse Gebiete empfindlicher auf den Klimawandel und auf sozio-ökonomische Entwicklungen reagieren als andere, und es können geeignete Anpassungsstrategien für die regionalen Akteure formuliert werden.
Bedeutung
Es werden Instrumente entwickelt, die es Entscheidungsträgern erlaubt, regionale Massnahmen zu entwickeln, damit Wasser in genügender Menge und Qualität zur Verfügung steht. Dazu gehören beispielsweise Bewirtschaftungsänderungen und finanzielle Anreizsysteme. Die regionalen Akteure werden sich vor allem an die Klimaänderung anpassen müssen. Bei Landnutzungsänderungen können sie möglicherweise negative Trends abschwächen.
Originaltitel: Vulnerabilität von hydrologischen Ökosystemleistungen: Integrative Analyse unter Beachtung des Klimawandels und sozio-ökonomischer Veränderungen mit einem Schwerpunkt auf Anpassung
Betrag: CHF 499'622.-
Dauer: 36 Monate
Projektverantwortliche
- Prof. Dr. Adrienne Grêt-Regamey, Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung, PLUS, Planning of Landscape and Urban Systems, ETH Zürich HIL
- Prof. Dr. Harald Bugmann, Institut für Terrestrische Ökosysteme, ETH Zürich
- Prof. Dr. Paolo Burlando, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH Zürich
- Prof. Dr. Peter Knoepfel, Institut de hautes études en administration publique, Université de Lausanne
- Prof. Dr. Thomas Koellner, Geoökologie, Universität Bayreuth
- Prof. Dr. Andrea Rinaldo, Laboratoire d'écohydrologie, EPFL