Wie soll sich die Landwirtschaft anpassen, ohne die Umwelt stark zu beeinträchtigen, wenn ihr in Zukunft weniger Wasser zur Verfügung steht?
Hintergrund
Der globale Wandel wirkt sich auch auf die Landwirtschaft aus. Wenn das Wasser knapper wird und Unwetterereignisse vermehrt auftreten, würden Ernten entweder an Qualität einbüssen oder gar ausfallen. Unter solchen Bedingungen müssen die Landwirte ihre Tier- und Pflanzenproduktion anpassen, so zum Beispiel bei der Fruchtfolge, den Anbaumethoden oder der Bewässerung. Diese Anpassungen können sich aber auch negativ auf die Umwelt auswirken: Nährstoffe waschen stärker aus oder Böden erodieren vermehrt. Ein steigender Wasserbedarf der Landwirtschaft kann zudem mit anderen Nutzungen in Konflikt geraten. Es sind also politische Massnahmen notwendig, um die Anpassungsstrategien sowohl auf der Ebene der Einzelbetriebe als auch auf der Ebene der Planung zu fördern.
Ziel
Das Forschungsteam erarbeitet Strategien, damit die Schweizer Landwirtschaft auf den Klimawandel und weitere Veränderungen, insbesondere auf knapper werdendes Wasser, reagieren kann. Diese Strategien sollen einerseits ökonomische und politische Rahmenbedingungen berücksichtigen, und andererseits keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt haben. In diesem interdisziplinären Projekt werden biophysikalische Modelle und ökonomische Methoden der Optimierung von Betrieben und der Ökobilanzierung entwickelt und angewandt. Akteure aus Politik, Planung und Praxis werden in das Projekt einbezogen, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse ihnen bei ihren Entscheidungen helfen können.
Bedeutung
Die Resultate dienen als Entscheidungsgrundlagen für eine nachhaltige Wassernutzung der Schweizer Landwirtschaft unter veränderten Klima- und Nutzungsbedingungen. Empfehlungen werden sowohl für Landwirtschaftsbetriebe als auch für die Raum- und Landschaftsplanung abgeleitet.
Originaltitel: Wasserbedarf in der schweizerischen Landwirtschaft und nachhaltige Anpassungsstrategien der Land- und Wassernutzung, mit dem Ziel die Auswirkungen des Klimawandels zu entschärfen (AGWAM)
Betrag: CHF 461’242.-
Dauer: 36 Monate
Projektverantwortliche
- Prof. Dr. Jürg Fuhrer, Forschungsanstalt Agroscope
- Dr. Pierluigi Calanca, Lufthygiene/Klima, Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART)
- Dr. Gérard Gaillard, Ökobilanzen, Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART)
- Prof. Dr. Stefanie Hellweg, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH Zürich
- Dr. Annelie Holzkaemper, Lufthygiene/Klima, Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART)
- Prof. Dr. Bernard Lehmann,, Institut für Umweltentscheidungen, ETH Zürich