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HYDROSERV: Nachhaltige Sicherung von Wasserressourcen

 

Hydrologische Ökosystemleistungen wie Trinkwasserversorgung, Hochwasserregulierung, Erholung und Wasserkraftnutzung können durch den Klimawandel unter Druck geraten. Auf der Basis eines besseren Verständnisses zu den hydrologischen Ökosystemleistungen wurden Massnahmen für die Politik formuliert.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Mit dem Klimawandel werden sich der Wasserkreislauf und die Landökosysteme in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich stark verändern. Zusätzlich verändern politische Entscheide und gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen die Landnutzung. Die hydrologischen Ökosystemleistungen (HÖSL) können durch den Klimawandel unter Druck geraten. Zu diesen zählen zum Beispiel Trinkwasserversorgung, Hochwasserregulierung, Erholung und Wasserkraftnutzung. Falls nun die Fähigkeit der Ökosysteme eingeschränkt wird, diese hydrologischen Ökosystemleistungen bereitzustellen, resultiert dies in steigenden Kosten aufgrund von Hochwasser, Wassermangel oder geschmälerter Wasserqualität. Das Projekt HydroServ hatte zum Ziel, ein besseres Verständnis der kompletten Wertschöpfungskette von hydrologischen Ökosystemleistungen zu generieren und geeignete Massnahmen für die Politik zu formulieren, damit hydrologischen Ökosystemleistungen erhalten bleiben.

Methoden

Die Studie basiert auf Resultaten eines Landnutzungsentscheidungsmodells, eines öko-hydrologischen Modells, eines Choice Experiments und weiteren Bewertungsmethoden für hydrologische Ökosystemleistungen. Man integrierte die Resultate auf der Basis eines Bayes’schen Netzwerks. Die Fallstudien dazu führte man im Einzugsgebiet der kleinen Emme durch. Ein grosser Teil der Region ist deckungsgleich mit der UNESCO Biosphäre Entlebuch.

Resultate

Die Resultate zeigen, dass ein Waldflächenwachstumsszenario mit einer Zunahme der Fläche von 20 % und einem angenommenem positiven Einfluss auf die Reduktion von Hochwasserspitzen die grösste Zahlungsbereitschaft bei der Bevölkerung auslöst. Wie sich die Abflussspitzen dabei verändern bleibt unsicher. Falls man die gefundene Zahlungsbereitschaft als Anreizzahlung im Studiengebiet einsetzt, würden Akteure höchstwahrscheinlich nur in einem liberalen Agrarmarkt mit reduzierten Direktzahlungen darauf einsteigen. Ansonsten, würde nur ein relativ kleines oder – durch die grosse Nachfrage nach Landwirtschaftsland im Studiengebiet – kein Waldwachstum auftreten. Der Einfluss der Landnutzungsveränderung auf die Abflussmenge der Kleinen Emme ist entweder nicht so hoch wie erwartet oder kann noch nicht in den verwendeten Modellen abgebildet werden. Zudem ist es in stark regulierten Gebieten mit relativ wenig Landnutzungsveränderung, schwierig, das Angebot der hydrologischen Ökosystemleistungen über Landmanagement zu steuern.

Bedeutung

Das Projekt sollte durch die gewonnenen Erkenntnisse eine Basis für politische Massnahmen schaffen, um die hydrologischen Ökosystemleistungen zu erhalten. Sektor übergreifendes Landmanagement kann zur Entwicklung einer vielfältigen Landschaft und der Bereitstellung verschiedener Ökosystemleistungen beitragen.

Originaltitel

Vulnerabilität von hydrologischen Ökosystemleistungen: Integrative Analyse unter Beachtung des Klimawandels und sozio-ökonomischer Veränderungen mit einem Schwerpunkt auf Anpassung

Projektleitung

  • Prof. Dr. Adrienne Grêt-Regamey, Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung, PLUS, Planning of Landscape and Urban Systems, ETH Zürich HIL
  • Prof. Dr. Harald Bugmann, Institut für Terrestrische Ökosysteme, ETH Zürich
  • Prof. Dr. Paolo Burlando, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, ETH Zürich
  • Prof. Dr. Peter Knoepfel, Institut de hautes études en administration publique, Université de Lausanne
  • Prof. Dr. Thomas Koellner, Geoökologie, Universität Bayreuth
  • Prof. Dr. Andrea Rinaldo, Laboratoire d'écohydrologie, EPFL

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Adrienne Grêt-Regamey Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung
PLUS, Planning of Landscape and Urban Systems
ETH Zürich HIL
Wolfgang-Pauli-Strasse 15 8093 Zürich +41 44 633 29 57 gret@nsl.ethz.ch

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