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IWAQA: Integriertes Management der Wasserqualität von Fliessgewässern

 

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen sowie Änderungen des Klimas wirken sich auf die Gewässerqualität unserer Fliessgewässer aus. Das Projekt bietet Entscheidungshilfen, die negative Auswirkungen auf den ökologischen Zustand der Fliessgewässer abschätzen und minimieren helfen.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Aufgrund der Veränderung der Umwelt- und sozio-ökonomischen Bedingungen werden sich in den nächsten Jahrzehnten auch die verschiedenen Einflussgrössen der Wasserqualität – wie etwa die Wasserentnahme oder die Landnutzung – ändern. Welche Einflüsse wirken sich negativ auf die Wasserqualität aus? Was muss getan werden, um eine genügend gute Wasserqualität zu erhalten? Ziel dieses Forschungsprojektes war es, einen Prototyp zu entwickeln für ein Verfahren, das Entscheidungen unterstützt. Der Prototyp soll in zwei Testgebieten angewendet werden. Gleichzeitig sollte untersucht werden, wie sich die Wasserqualität und der ökologische Zustand in Zukunft verändern könnten. Dazu wurde eine Modellkette entwickelt, in der Klimaveränderungen mit den Auswirkungen auf die Gewässerökologie verknüpft wurden. Die Vorhersagen aus diesen Modellen flossen dann direkt in die multikriterielle Entscheidungsunterstützung ein.

Methoden

Vier sozio-ökonomische Szenarien und acht Handlungsalternativen wurden erarbeitet und in zwei mittleren Einzugsgebieten des Mittellandes (Gürbe, Mönchaltorfer Aa) getestet. Die heutige Situation wurde anhand von bestehenden Daten, die in einer Feldstudie ergänzt wurden, untersucht. Mit der Modellsimulation wurden die Auswirkungen von sozio-ökonomischen Randbedingungen, Handlungsalternativen und Klimawandel auf Wasserqualität und den ökologischen Gewässerzustand untersucht.

Resultate

Trotz der grossen Vorhersageunsicherheiten zeigen die Modelle klar auf, dass der zukünftige Gewässerzustand hauptsächlich durch die menschlichen Aktivitäten in den Einzugsgebieten bestimmt wird. Der Einfluss des Klimawandels zeigt sich nur begrenzt, wobei die Veränderungen vor allem auf erhöhte Temperaturen zurückzuführen sind. Die Vorhersageunsicherheiten sind hauptsächlich auf klimatische und ökologische Unsicherheiten beim Niederschlag, dem Einsatz von Chemikalien und mangelndem Wissen zur Ökologie zahlreicher Arten zurückzuführen.

Bedeutung für Forschung und Praxis

Aus Managementsicht bedeuten diese Ergebnisse, dass Massnahmen zur Verbesserung des heutigen ökologischen Zustandes auch die meisten zu erwartenden zukünftigen Probleme vermindern. Gegen die chemische Gewässerbelastung sind Massnahmen in den Siedlungen und in der Landwirtschaft wirksam, Maximaltemperaturen in den Gewässern können durch Uferbestockung reduziert werden. Kaum zu vermeiden ist jedoch die Zunahme der mittleren Wassertemperaturen.

Die in diesem Forschungsprojekt entwickelten Methoden werden in laufenden und zukünftigen Projekten weiter entwickelt. Sie werden auch von nationalen Arbeitsgruppen mit Fachleuten aus Bund und Kantonen verwendet und Inhalt eines praxisorientierten Kurses für Wasserfachleute sein.

Originaltitel

Integriertes Management der Wasserqualität von Fliessgewässern (iWaQa)

Projektleitung

  • Dr. Christian Stamm, Umweltchemie, Eawag Dübendorf
  • Mark Gessner, Gewässerökologie, Eawag Dübendorf
  • Dr. Armin Peter, Fischökologie und Evolution, Eawag Dübendorf
  • Prof. Dr. Peter Reichert, Systemanalyse und Modellierung, Eawag Dübendorf
  • Jörg Rieckermann, Siedlungswasserwirtschaft, Eawag Dübendorf
  • Dr. Christopher Robinson, Gewässerökologie, Eawag Dübendorf

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