Navigation

SWISSKARST: Karstwasser, eine Wasserressource für die Zukunft?

 

In der Schweiz stammen 18% des Trinkwassers aus Karstgrundwasserleitern. Diese wurden mit der im Projekt entwickelten Methode KARSYS auf einem Drittel der Landesfläche charakterisiert. Behörden und Wassernutzer nutzen die Methode, wenn es um die Nutzung und Bewirtschaftung von Karstgrundwasser geht.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Das Trinkwasser in der Schweiz stammt zu rund 80% aus Grundwasser. Ein Grundwasserleiter befindet sich im Karst. Davon stammen 18% des Trinkwassers. Trotz der Bedeutung von Karst als Grundwasserleiter ist dieser noch weitgehend unerforscht. In den letzten 15 Jahren hat man jedoch vermehrt damit begonnen, die Karstgrundwasserleiter zu dokumentieren. Die ursprünglich vorhandenen Daten waren jedoch ungenau und Konzepte und Methoden für die systematische Charakterisierung fehlten. Das Projekt SWISSKARST entwickelte ein neues Modell für hydrogeologische Karstsysteme.

Methoden

Im Rahmen des SWISSKARST Projektes hat SISKA den systematischen Ansatz "KARSYS" zur Charakterisierung der Karstgrundwasserleiter und Fliesssysteme entwickelt. Daraus entstanden konkrete 3D-Modelle, welche zur Karstgrundwasser-Bewirtschaftung verwendet werden können. Sie sollen Aufschluss über die Fragen geben (1) woher das Wasser einer Karstquelle kommt, (2) durch welche unterirdischen Wege das Wasser fliesst und (3) wie viele Grundwasserreserven es gibt und wo sie liegen. Der Ansatz wurde so gewählt, dass gut handhabbare Resultate entstehen, die dann für weitere Verfeinerungen durch andere Modelle verwendet werden können.

Resultate

Das Hauptresultat dieses Projektes ist ein hydrogeologisches 3D Modell des Untersuchungsgebietes. Dieses Modell charakterisiert die Grundwasserleiter und Fliesssysteme. Da Akteure aus der Praxis meist Karten und Profile bevorzugen, entwickelte das Projekt vier Standarddokumente, um die Ergebnisse zu visualisieren: (1) Eine hydrogeologische Karstkarte, (2) eine Identitätskarte des Karstsystems, die die Haupteigenschaften aufzeigt, (3) Ein interaktives 3D Modell und (4) eine Literaturliste zum untersuchten Karstgebiet. Je nach Anwendung des Modells können weitere Outputs zu spezifischen Fragen generiert werden. Das Modell ist so konzipiert, dass laufend neue Daten hinzugefügt werden können. Die vier Standarddokumente sind standardisiert und reproduzierbar und können somit direkt mit anderen dokumentierten Karstsystemen verglichen werden.

Originaltitel

Grundlagen zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Karstwassers in der Schweiz (SWISSKARST)

Projektleitung

  • Dr. Pierre-Yves Jeannin, Institut Suisse de Spéléologie et de Karstologie

Weitere Informationen zu diesem Inhalt